Lecture

Maschine oder Cyborg

Artist / Referent

Kevin Warwick

Veranstaltungen

Di 10. April 2001, 20:00 bis 22:00, basel
Mi 11. April 2001, 20:00 bis 22:00, Zürich

Vortrag und Präsentation in englischer Sprache

Kevin Warwick, in der englischen Presse mit dem Spitznamen Mr. Cyborg versehen und von der eigene Tochter für verrückt erklärt, ist Leiter des Instituts für Kybernetik in Reading UK. Er gilt weltweit als einer der führenden Köpfe unter den Roboterforschern und ist der unbestrittene, aber nicht unumstrittene Liebling von Wissenschafts-Feuilletons, Talkshows und Technologiemagazinen.

Das liegt einerseits an seinen Büchern, welche allesamt Bestseller sind. Andererseits provozieren auch seine Thesen und Statements, mit denen er immer wieder zu schocken und zu verunsichern weis. Warwick: "Es ist logisch, dass wir bald von Robotern versklavt werden. Das ist nicht schön, aber unausweichlich. "Berühmtheit erlangte Warwick auch durch seine Experimente, bei denen er sich selber als Versuchskaninchen zur Verfügung stellt. So liess sich der Forscher, der dadurch zum Prophet des Roboterzeitalter avancierte, vor zweieinhalb Jahren einen Chip implantieren, welcher ständig Signale zum Hauptcomputer des Instituts sendete. Jedes Mal wenn er das Institut betrat, wurde Warwick vom Zentralrechner über Lautsprecher begrüsst, die Türen öffneten sich automatisch und auch sein Computer schaltete sich von alleine ein. Warwick wird in seinem Vortrag und Präsentation in englischer Sprache Roboter aus seinem Labor vorführen, über seine Thesen, Erfahrungen und auch über sein neustes Experiment sprechen. Wiederum lässt er sich einen Chip implantieren, der jedoch bei diesem Experiment mit seinen Nervenfasern verbunden wird. Die elektronischen Signale der Bewegungen oder Gefühlen werden dabei in einen Computer eingespeist, gespeichert und wieder an ihn zurückgeschickt. Wie sein Körper auf diese Signale reagiert, weiss der Kybernetiker nicht. Mit diesem Experiment will Warwick beweisen, dass der Mensch nur Materie ist und dass sich Schmerz, Angst, Lust und Freude nur Daten sind, welche man beliebig speichern, kopieren, verändern und übertragen kann.

Warum soll man die Freude über einen guten Witz nicht auf einem Computer speichern und sich das Gefühl in den Körper laden, wenn man frustriert ist? - Ja, warum eigentlich nicht!

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