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Interaktive Virtual-Reality-Installation «interlooped» von Imverse A.
Gewinner

Werkbeiträge Digitale Kultur 2018

Artist / Referent

Veranstaltungen

Do 25. Oktober 2018, 17:30 bis 22:00, Basel

Begegnung mit dem eigenen Körper in der virtuellen Realität, ausgeklügelte Robotertechnologien oder Lautsprecher, die Gesprächsfetzen von Demenzkranken wiedergeben und so den Kern der Sprache hinterfragen: Die Gewinnerprojekte der Werkbeiträge Digitale Kultur 2018 zeichnen sich durch ihre Vielfalt aus. Das Migros-Kulturprozent vergibt die Werkbeiträge zum zwölften Mal und unterstützt insgesamt neun Projekte mit einer Gesamtsumme von 85’000 Franken.

Das Migros-Kulturprozent fördert die Medienkunst bereits seit 20 Jahren und vergibt die Werkbeiträge Digitale Kultur dieses Jahr zum zwölften Mal. Insgesamt hat die fünfköpfige Jury 46 Projekte gesichtet und 9 Gewinnerprojekte ausgewählt, die sich der ganzen Bandbreite der Medien bedienen.

Die Preissumme von insgesamt 85’000 Franken geht an folgende Projekte:


• 15’000 Franken für «Norient Space - The Now in Sound. Ein virtuelles Museum»

Norient (Theresa Bayer und Thomas Burkhalter), Bern
Mit dem virtuellen Museum "The Now in Sound" führt das Norient-Netzwerk seine langjährige Arbeit konsequent weiter und sucht bewusst das Experiment mit digitalen Formaten und Ästhetiken. Das Projekt kuratiert und inszeniert lokale und globale Musik transdisziplinär und multiperspektivisch und verhandelt damit zentrale Fragen der Zeit.

• 15’000 Franken für «Interlooped»

Imverse SA (Javie Bello Ruiz, Robin Mange, Maria Guta, FlexFab), Plan-les-Ouates GE
Durch eine Virtual Reality Brille betreten die User eine von der Künstlerin Maria Guta kreierte virtuelle Welt. Sie werden darin mit computergenerierten Bilder von sich selbst konfrontiert und begegnen der eigenen Identität in veränderter Form. Maria Guta zeigt auf, wie sich die Selbstwahrnehmung in der digitalen Welt verändern und entwickeln kann.

• 11’000 Franken für «kleee»

Johannes Gees, Zürich
Ein Projekt in Teilprojekten: Sichtbar gegen aussen ist insbesondere eine experimentelle, mobile Laserperformance, mittels einer weitgehend autonomer Laserprojektor, dessen Output von einer visuellen Analyse der Projektionsumgebung gesteuert wird. Die Jury war angetan vom komplexen Gesamtpaket, das Aspekte wie Autorenschaft, künstlerische Produktion, Partizipation und crowdfunding/Blockchain innovativ thematisiert.

• 10’000 Franken für «Der UngenauBot»

Fabian Bircher und Ilmar Hurkxkens, Zürich
Durch die clevere Kombination von hochentwickelter Robotertechnologie und einem alltäglichen Gummihandschuh, der banale Tätigkeiten ausführt, baut das Projekt Begegnungsängste gegenüber Robotertechnologie ab und erschliesst neue emotionale Zugänge zur Robotik.

• 9’000 Franken für «RObalz»

Daniel Bisig und Tatsuo Unemi, Zürich
Die Arbeit greift die aktuelle Debatte auf, dass Maschinen immer mehr Tätigkeiten übernehmen und in Bereichen eingesetzt werden, die bis vor kurzem Menschen vorbehalten waren. Zeitgleich wird in der sich rasant entwickelnden Forschung zu künstlicher Intelligenz und Machine-Learning auch das gestalterische Potential von Algorithmen hervorgehoben. Der Jury hat der humorvolle Aspekt des Projekt gefallen, der diese aktuelle Debatte mit einem ironischen Augenzwinkern aufgreift.

• 8’000 Franken für «PALM»

U5 Kollektiv, Zürich
Das U5 Kollektiv eignet sich im Langzeitprojekt PALM die Methoden dominierender Social Media Konzerne an und überträgt diese in ihre eigene Praxis. Eine Reihe selbstentwickelter, portablen Kameras streamt kontinuierlich Bilder auf eine Webseite, wo diese von Benutzern betrachtet und bewertet werden können. Thematisiert werden damit auch Fragen der Überwachung, der Selbstdarstellung und Alltagsdokumentation.

• 8’000 Franken für «Radiosands #2»

Sven Hirsch und Thom Kubli (ZHAW – Institut für Angewandte Simulation), Winterthur
Die Jury hat die konzeptuelle Tiefe der Arbeit überzeugt, ein historisches Medium wie das Radio mit aktuellen Strategien des Machine-Learning zu verknüpfen. Den Künstlern gelingt es dabei, das Radio als Werkzeug der Unterhaltung, aber auch als Instrument politischer Einflussnahme und Manipulation zu zeigen und einen eindrücklichen sinnlichen Erfahrungsraum zu schaffen, der das Verhältnis von Mensch und digitaler Intelligenz thematisiert.

• 6’000 Franken für «imperceptible réalité»

Charlotte Aebischer, Lausanne
Nikola H. Mounoud, Montreux
Sieben Fotos von bewohnten Gebäuden aus Schweizer Städten werden auf Grossbildschirmen gezeigt. Ein Lautsprecher untermalt die Szenen mit Geräuschen und richtet sie geschickt am Blick des Betrachters aus. Das Projekt verknüpft moderne Trackingalgorithmen mit traditionellen Technologien und macht dadurch sonst ungesehene Alltagsgeschehnisse erfahrbar.

• 3’000 Franken für «du bist, da bist du auch, nicht der Vier bist - Gesprächsfragmente von Personen mit Demenz»

Nicole Schmid, Oberegg AI
Die Künstlerin Nicole Schmid versucht mit ihrer Klanginstallation, ein Gedächtnis für Demenz zu entwickeln und den fortlaufenden Sprachverlust der Betroffenen erfahrbar zu machen. Über verschiedene Lautsprecher werden die Gesprächsfragmente klanglich inszeniert. So entsteht für die Besucher ein intimes Erlebnis und es stellt sich die Frage, wo Sprache beginnt und endet.


Der Jury gehörten an: Sabine Himmelsbach, Direktorin HeK, Haus der elektronischen Künste Basel; Johannes M. Hedinger, Kurator, Künstler, Dozent (ZHdK, Universität Köln, Alps Art Academy); Nicholas Schärer, Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste; Luc Meier, Head of Content für EPFL Artlab.


Die Ausschreibung für die Werkbeiträge Digitale Kultur 2019 erfolgt im Frühjahr 2019.

Das Migros-Kulturprozent engagiert sich seit 1998 im Bereich Digitale Kultur und Medienkunst. Dazu zählen die Plattform für digitale Kultur und Medienkunst «Digital Brainstorming» und «bugnplay.ch», der digitale Jugendwettbewerb für Games, Code, Robotik und Multimedia für 8- bis 20-Jährige. Das Förderprojekt «Werkbeiträge Digitale Kultur» des Migros-Kulturprozent existiert seit 2007.

Ausserdem
Installation

Rock Print Pavilion

ETH Forscher bauen mit einem Roboter einen Pavillon aus Kieselsteinen und Schnur. Zu besichtigen vor dem Gewerbemuseum Winterthur.