Ein Wertschriftendepot ist die Voraussetzung, um in der Schweiz Aktien zu kaufen, und lässt sich bei Banken wie bei Online-Brokern innert weniger Minuten eröffnen. Nach der Einzahlung wählen Einsteiger den gewünschten Titel aus, geben eine Order auf und halten die Aktie fortan im Depot. Diese Anleitung führt Schritt für Schritt durch den Ablauf, klärt die wichtigsten Fachbegriffe und zeigt, mit welchen Kosten und Fehlern Einsteiger rechnen sollten.
Schritt 1: Das passende Depot eröffnen
Wer Aktien kaufen möchte, braucht zuerst ein Wertschriftendepot. Es gibt sie bei klassischen Banken ebenso wie bei digitalen Online-Brokern, und die Eröffnung läuft heute meist vollständig online ab. Persönliche Daten eingeben, sich per Ausweis verifizieren, kurz warten: Danach steht das Depot bereit. Wichtiger als der Anbieter-Name sind beim Vergleich die Gebühren, denn diese schwanken teils erheblich zwischen den Häusern.
Reine Online-Anbieter sind meist günstiger als die Hausbank, dafür fällt die persönliche Beratung schmaler aus. Einen breiteren Überblick über digitale Finanzdienste in der Schweiz liefert der Beitrag zu Fintech in der Schweiz.
Schritt 2 bis 4: Vom Geld bis zur Order
Steht das Depot, überweisen Anlegerinnen und Anleger zunächst Geld auf das verknüpfte Konto. Danach folgt die Auswahl des Titels. Beim eigentlichen Kauf tauchen ein paar Begriffe auf, die Einsteiger kennen sollten:
- Market-Order: Kauf zum nächsten verfügbaren Kurs. Schnell, aber der Preis steht nicht exakt fest.
- Limit-Order: Sie legen einen Höchstpreis fest. Der Kauf erfolgt nur, wenn dieser nicht überschritten wird.
- Stückzahl: Wie viele Anteile Sie kaufen möchten.
- Handelsplatz: Meist die Schweizer Börse für hiesige Titel.
Wer nicht alles auf eine einzelne Aktie setzen will, kann breiter streuen. Ein Ansatz dafür ist der ETF aus der Tabelle unten, dessen Funktionsweise der Beitrag ETF investieren für Einsteiger im Detail erklärt: Er bündelt viele Titel in einem einzigen Kauf. Welche weiteren Strategien für den Einstieg infrage kommen, zeigt zudem der Beitrag Geld anlegen in der Schweiz.
| Begriff | Bedeutung | Für wen |
|---|---|---|
| Market-Order | Kauf zum aktuellen Kurs | schnelle Käufe |
| Limit-Order | Kauf nur bis zum Wunschpreis | preisbewusste Anleger |
| ETF | Korb aus vielen Titeln | breite Streuung |
Kosten und typische Fehler
Beim Aktienkauf fallen Gebühren an: Courtage für jede Order, teils eine Depotgebühr und die eidgenössische Stempelsteuer. Wer häufig handelt, zahlt entsprechend mehr, weshalb sich eine ruhige, langfristige Strategie in der Regel eher lohnt als hektisches Hin und Her.
Gemäss Daten der Schweizerischen Nationalbank ist das von privaten Haushalten in der Schweiz gehaltene Wertschriftenvermögen über die letzten Jahre deutlich gewachsen, und langjährige Marktbeobachtungen deuten darauf hin, dass ruhig investierte Anleger langfristig meist besser abschneiden als jene, die ständig kaufen und verkaufen. Der häufigste Fehler bei Einsteigern bleibt entsprechend, aus Angst oder Gier zur falschen Zeit zu handeln. Wer sich das laufende Investieren lieber abnehmen lässt, findet im Beitrag zum Robo-Advisor in der Schweiz eine automatisierte Alternative. Wer stattdessen einen einzelnen Schweizer Bluechip als Beimischung prüfen will, findet in der Analyse der Nestlé Aktie eine verständliche Einordnung.
Häufige Fragen zum Aktienkauf
Wie viel Geld brauche ich, um Aktien zu kaufen?
Theoretisch reicht der Preis einer einzigen Aktie aus. Wegen der Gebühren lohnt sich eine Order aber meist erst ab einigen hundert Franken, sonst frisst die Courtage einen zu grossen Teil der Rendite auf. ETF erlauben oft schon mit kleineren Beträgen einen breiten Einstieg in mehrere Titel gleichzeitig.
Wo kaufe ich am günstigsten Aktien?
Online-Broker sind in der Regel günstiger als die Hausbank. Vergleichen Sie vor der Wahl Courtage, Depotgebühren und die Auswahl an Handelsplätzen, denn diese drei Faktoren bestimmen die laufenden Kosten stärker als der Name des Anbieters.
Sind Aktien für Einsteiger geeignet?
Ja, sofern breit gestreut und langfristig gedacht wird. Setzen Sie nicht alles auf einen einzelnen Titel, und investieren Sie nur Geld, auf das Sie über mehrere Jahre verzichten können, falls die Kurse zwischenzeitlich fallen.
Muss ich auf Aktien Steuern zahlen?
Kursgewinne sind für Privatanleger in der Schweiz in der Regel steuerfrei, Dividenden hingegen sind steuerpflichtig und müssen in der Steuererklärung angegeben werden. Beim Kauf selbst fällt zusätzlich die Stempelsteuer an. Im Zweifel hilft eine individuelle Steuerberatung weiter.
Vier Schritte, ein langer Atem
Depot eröffnen, Geld einzahlen, Titel wählen, Order aufgeben: Der eigentliche Kaufprozess ist in wenigen Minuten erledigt. Entscheidender als die Technik sind die Gewohnheiten danach, etwa die Dividenden in der Steuererklärung nicht zu vergessen und regelmässig zu prüfen, ob die Streuung im Depot noch zur eigenen Risikobereitschaft passt. Wer unsicher ist, ob Einzelaktien oder ein breiter ETF besser passen, vergleicht beide Varianten am besten anhand des eigenen Anlagehorizonts, bevor die nächste Order folgt. Dieser Beitrag ist informativ und ersetzt keine individuelle Anlageberatung.


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